Biografie

Rudolf Englert mi Schülern, 1953
Rudolf Englert mit Schülern, 1953

Rudolf Englert (1921-1989) studiert von 1941 bis 1943 Malerei an der Düsseldorfer Kunstakademie. 1952 bis 1956 nimmt er an der Essener Folkwang Werkkunstschule ein Studium für Typographie auf. Seit 1953 unterrichtet er an verschiedenen Institutionen, u. a. an der Volkshochschule Duisburg. 1954 gewinnt Englert den ersten Preis in einem Wettbewerb für Gebrauchsgraphik der Stadt Duisburg; im selben Jahr folgt die erste Einzelausstellung in der Galerie Neuburger in Duisburg.

1955 unternimmt Englert bis 1956 ausgedehnte Schiffsreisen nach Skandinavien und in den Mittelmeerraum, auf denen zahlreiche Skizzenbücher mit durchkomponierten Farbstiftzeichnungen entstehen. 1957 zieht er nach Berlin und arbeitet als Kunsterzieher im Wannseeheim. Mit dem bedeutenden Kunstkritiker Will Grohmann und dem ehemaligen Bauhauslehrer Johannes Itten beginnt ein intensiver Austausch.

1961 gibt er die Berliner Lehrtätigkeit auf; er siedelt mit seiner Familie nach Osnabrück und arbeitet als freischaffender Künstler. Die ersten bedeutenden Zeichnungsserien, auf einfachen Reihungen basierend, entstehen. In der Folge hat Englert verschiedene Einzelausstellungen, von denen die in der Kunsthalle Kiel 1962 breite Resonanz findet. 1963 hebt die Zeitschrift Das Kunstwerk (Nr. XVI) Englert als einen der wichtigen deutschen Zeichner hervor. 1967 bezieht er ein Gastatelier der Stadt Wolfsburg. 1968 ermöglicht ein Stipendium der Akademie der Künste Berlin einen mehrmonatigen Aufenthalt in Olevano-Romano. 1969 folgen mehrere Ausstellungen, unter anderem eine Überblicksausstellung in der Pfalzgalerie Kaiserslautern und im Städtischen Museum Osnabrück mit Katalog.

1970 hält sich Englert zu einem mehrmonatigen Studienaufenthalt in Louisville, Kentucky/USA auf, bei dem der Künstler sich neue Themen erschließt und experimentell in unterschiedlichen Techniken und Materialien arbeitet. Die Aufenthalte 1972 und 1973 in Ibiza führen zu den Ibiza-Blättern, die zuvor in der Malerei erprobte Verfahren für die Zeichnung erschließen. 1975 richtet das Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld eine Einzelausstellung aus, im gleichen Jahr erfolgt der Umzug nach Ostercappeln bei Osnabrück. Während des dreimonatigen Gastateliers 1976 in der Villa Romana in Florenz entstehen großformatige, auch farblich angelegte Blätter, die ältere Impulse aufgreifen und die Neuorientierung vorantreiben. 1978 folgt eine Einzelausstellung im Städtischen Museum Göttingen, 1979 die Retrospektive im Wilhelm-Lehmbruck-Museum Duisburg und 1986 eine Einzelausstellung im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück.

Arbeiten befinden sich unter anderem in Dresden (SKD, Kupferstich-Kabinett), Duisburg (Lehmbruck-Museum), Hagen (Osthaus Museum), Hannover (Sprengel Museum), Kaiserslautern (Pfalzgalerie), Kiel (Kunsthalle), Leverkusen (Museum Morsbroich), Münster (Westfälisches Landesmuseum), Osnabrück (Kulturgeschichtliches Museum).